Starke Zahlen, schwache Reaktionen – Marktanalyse zu Nvidia, Salesforce, WTI und USDCAD
Die aktuelle Berichtssaison liefert einmal mehr ein bemerkenswertes Bild: Fundamentaldaten überzeugen, doch die Marktreaktionen fallen teilweise ernüchternd aus. Neben den Quartalszahlen Nvidia und Salesforce stehen zudem wichtige Konjunkturdaten, Bewegungen am Ölmarkt sowie mehrere spannende Setups im Devisenbereich im Fokus.
Makrodaten: Arbeitsmarkt im Blick
Am Nachmittag richten sich die Augen auf die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Erwartet werden 217.000 Anträge nach zuvor 206.000. Besonders interessant sind jedoch die Folgeanträge. Diese zeigen zuletzt eine rückläufige Tendenz – ein positives Signal für die Stabilität des US-Arbeitsmarktes.
Ein robuster Arbeitsmarkt stärkt grundsätzlich die Position der Federal Reserve. Zinssenkungen dürften sich – sofern die Daten stabil bleiben – eher in Richtung Sommer verschieben. Zusätzlich steht eine Rede von Christine Lagarde auf der Agenda, die Impulse für den Euro liefern könnte.
Salesforce: Gute Zahlen reichen nicht
Die Zahlen von Salesforce waren auf den ersten Blick überzeugend. Der Gewinn pro Aktie lag mit 3,81 US-Dollar über den erwarteten 3,50 US-Dollar. Auch beim Umsatz übertraf das Unternehmen mit 11,2 Milliarden US-Dollar leicht die Prognosen. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm angekündigt.
Dennoch reagierte die Aktie nachbörslich mit einem Minus von rund 4 %. Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie befindet sich weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend. Sollte die Unterstützung im Bereich um 174 US-Dollar brechen, droht eine Ausweitung der Korrektur in Richtung 160 US-Dollar. Hier zeigt sich erneut: Gute Zahlen allein garantieren keine steigenden Kurse – entscheidend ist die Marktpositionierung im Vorfeld.
Nvidia: Fundamentale Stärke trifft technische Entscheidung
Deutlich spannender präsentiert sich die Lage bei Nvidia. Das Unternehmen lieferte starke Quartalszahlen. Der Gewinn pro Aktie lag mit 1,62 US-Dollar über den erwarteten 1,52 US-Dollar, der Umsatz mit 68,16 Milliarden US-Dollar ebenfalls klar über Konsens. Besonders beeindruckend bleibt das Wachstum im Data-Center-Bereich mit rund 75 %.
Auch die Margenprognose bleibt stabil: Langfristig sollen Bruttomargen über 70 % gehalten werden. Trotz dieser starken Fundamentaldaten verpuffte die erste nachbörsliche Euphorie. Die Aktie notierte nur leicht im Plus.
Technisch ist der Ausbruch über den Widerstand im Bereich um 144 US-Dollar jedoch ein positives Signal – begleitet von erhöhtem Handelsvolumen. Kurzfristig entscheidet sich nun, ob der Markt den Bereich um 200 US-Dollar nachhaltig attackiert oder zunächst eine gesunde Korrektur einleitet. Ein Rücklauf bis in den Bereich um 185 US-Dollar wäre aus charttechnischer Sicht weiterhin konstruktiv.
WTI: Öl vor möglicher Trendfortsetzung
Beim WTI-Ölpreis zeigt sich eine interessante Konstellation. Nach einer korrektiven Phase hält sich der Markt auf erhöhtem Niveau. Oberhalb der kurzfristigen Triggerzone im Bereich um 65,90 US-Dollar eröffnet sich Potenzial bis in Richtung 67,30 US-Dollar.
Sollte dieser Widerstand überwunden werden, läge das nächste größere Ziel bei rund 70 US-Dollar. Unterstützend wirken mögliche geopolitische Spannungen, die jederzeit zusätzlichen Aufwärtsdruck erzeugen könnten.
USD/CAD: Öl stärkt den kanadischen Dollar
Ein steigender Ölpreis wirkt sich direkt auf den kanadischen Dollar aus. Entsprechend zeigt das Währungspaar USD/CAD Schwäche. Unterhalb der Marke von 1,3660 verstärkt sich der Abwärtstrend im Vier-Stunden-Chart. Mögliche Zielzonen liegen im Bereich von 1,3630 sowie 1,3590.
Hier zeigt sich das klassische Zusammenspiel zwischen Rohstoff und Währung: Steigendes Öl stärkt den Candollar und die FX-Paarung gerät unter Druck.
EUR/USD: Entscheidung in der Range
Der Euro verteidigt weiterhin seine Ausbruchszone im Bereich um 1,1760. Solange diese Unterstützung hält, bleibt die Seitwärtsrange intakt.
Ein Ausbruch über die Zwischenhochs könnte Potenzial bis 1,1920 eröffnen. Fällt der Markt hingegen unter 1,1760, rückt 1,1680 als nächstes Ziel in den Fokus. Kurzfristig entscheidet sich hier, ob der Markt einen neuen Impuls entwickelt oder weiter in der Konsolidierung verharrt.
Fazit
Die Märkte befinden sich in einer Phase hoher Selektivität. Während Nvidia fundamental überzeugt, kämpft Salesforce trotz solider Zahlen mit Abwärtsdruck. Gleichzeitig eröffnen sich im Ölmarkt und bei mehreren Währungspaaren interessante technische Setups.
Tickmill’s tägliche Tradingideen – Live-Besprechung
Diese Themen standen heute in der Live-Besprechung um 8:30 Uhr auf der Agenda:
· 00:00 Heute auf der Agenda
· 01:13 Wichtige Nachrichten für den Handelstag
· 03:48 Salesforce - Quartalszahlen & Chartcheck nach enttäuschter Marktreaktion
· 06:43 Nvidia - Quartalszahlen & Chartcheck
· 13:30 WTI - Update laufende Korrektur
· 17:42 USDCAD - Update laufende Korrektur vor Short-Signal
· 20:15 EURUSD - Chartcheck am Support und Tradeplanung
· 24:35 USDJPY - Zuschauerfrage
· 27:17 Home Depot - Zuschauerfrage
· 29:45 AUDUSD - Zuschauerfrage
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Sein Interesse an Wirtschaft und Geldanlagen begann in den frühen 1990-ern zu wachsen. Aus diesem Grund hat er seine Hochschulreife auf einem Wirtschaftsgymnasium erworben. Das dort erlangte Wirtschaftswissen und die Teilnahme an einem Börsenspiel, haben ihn endgültig für die Börse und die dort gebotenen Möglichkeiten Geld zu verdienen, infiziert.